Sunday, October 8, 2023

Meine Entscheidung für die tiefe Hirnstimulation


Wie ihr ja mittlerweile wisst, leide ich seit bald nunmer 8 Jahren an einem Waschzwang, welcher leider auch immer schlimmer und schlimmer wird statt besser. Ich habe in den ganzen Jahren viele verschiedene Therapiemethoden (über mögliche Therapieformen werde ich noch gesonder schreiben) ausprobiert, die bei mir nicht angeschlagen haben. Ich schreibe das deshalb so, weil das nur heißt, dass es bei mir nicht funktioniert hat, das heißt aber nicht, dass es nicht bei anderen mit Zwangsstörungen hilft. das ist bei jedem individuell. Jedenfalls hatte ich bereits Anfang des Jahres ein Gespräch mit meinem Arzt aus der Klinik über eine weitere Therapieform, nämlich die tiefe Hirnstimulation. Aus diesem Gespräch ergab sich ein weiterführendes Gespräch mit dem zuständigen Neurochirurgen, denn die tiefe Hirnstimulation ist ein operativer Eingriff am Gehirn, dazu gleich mehr. In diesem Gespräch haben wir auch über die möglichen Risiken und eben alles rund um das Thema tiefe Hirnstimulation gesprochen und ich habe mich dann dazu entschieden, die Operation durchführen zu lassen. Da der Eingriff einige Vorbereitung braucht, musste ich noch einige Zeit warten, doch am 21. November ist es nun endlich soweit und ich freue mich schon drauf.

 

Was ist die tiefe Hirnstimulation?

Die tiefe Hirnstimulation wird bei Patienten mit schwersten Zwangserkrankungen durchgeführt. Dies betrifft vor allem jene Patienten für die bisher mit allen verfügbaren psychiatrischen und psychotherapeutischen Therapiemethoden keine Besserung der Zwänge erreicht werden konnte.
Bei der tiefen Hirnstimulation werde in einem operativen Eingriff zwei hochpräzise feine Elektroden ins Gehirn eingesetzt. Ein elektrischer Impulsgeber, praktisch ein Hirnschrittmacher, der unter dem Schlüsselbein eingesetzt wird, gibt über die Elektroden einen kontinuierlichen Stromimpuls ins Gehirn ab. Dadurch verändert sich die Gehirnfunktion und es kommt zu einer Reduktion der Zwänge.

Angewendet werden kann die tiefe Hirnstimulation neben Zwangserkrankung bei Parkinson, Tourette, Dystonie und Epilepsie.

 


Wird der Zwang dadurch geheilt?

Nein, die tiefe Hirnstimulation heilt die Zwangsstörung nicht. Unterdrückt sie aber.

 

Ist die Operation riskant/gefährlich?

Wie gesagt, wird diese Form der Behandlung nur in ganz schweren Fällen eingesetzt.
Natürlich gibt es bei jeder Operation Risiken, über die ich auch aufgeklärt wurde. Dennoch wiegt für mich die Chance auf ein normales, freies Leben schwerer, als die möglichen Risiken.
Der Eingriff der tiefen Hirnstimulation wird seit 25 Jahren durchgeführt, dadurch gibt es dementsprechende Erfahrungen auf dem Gebiet und ich vertraue meinen Ärzten.

 

Wird die tiefe Hirnstimulation nur für Zwänge eingesetzt?

Nein. Wie bereits erwähnt kann die tiefe Hirnstimulation in verschiedenen Bereichen angewendet werden. Ursprünglich entwickelt wurde diese Behandlung tatsächlich für Parkinson Patienten. Es wurde dann aber festgestellt, dass es auch in anderen Bereichen psychischer und neurologischer Krankheiten helfen kann und es wurde angefangen, das zu erforschen.
Bei Depressionen wird eher auf Medikamente oder auch Ketamin als Behandlungsform gesetzt.

 

Fühlt euch natürlich frei mir Fragen dazu zu stellen, wenn ihr welche habt. Ich werde sie so gut es geht beantworten. 💙

Thursday, September 14, 2023

FAQ - OCD

I haven't written anything here for a while now. That was primarily because my OCD has become worse and worse, it is very difficult at the moment. In fact, it's so bad now that I can't even be admitted as an inpatient because I feel so dirty that I would otherwise carry the dirt to the clinic. I'm moving at the end of September and hope that I'll feel a bit more comfortable in the new environment then, because I'll be back in the clinic in November, but more about that in another post.

I started this blog, after all, because I want to educate and raise awareness about my disorder (and mental illnesses in general) and now I've noticed that I've never really done an FAQ about what OCD actually is, so I want to do that now :)

So let's start:


What's OCD/What does OCD mean?

Obsessive-compulsive disorder, shortly ocd, is a common, chronic and long-lasting disorder in which a person has uncontrollable, reoccurring thoughts ("obsession") and/or behaviors ("compulsions") that he or she feels the urge to repeat over and over


What are the symptoms/signs?

People with OCD have symptoms of obsession (also called magical thinking) or compulsion or both. They have no power over it, it is uncontrollable. The symptoms significantly affect the everyday life of the affected person, such as work, school, personal relationships, and cause considerable stress.


Obsessions are repetitive thoughts, urges or mental images that cause anxiety. Common symptoms are:

- Fear of germs and contamination 

- Unwanted forbidden or taboo thoughts, which may revolve around sex, religion, or harming and hurting others, for example 

- Aggressive thoughts directed at others or oneself

- The tormenting thought of wanting to arrange things perfectly or to align them symmetrically 

- etc


Compulsions are repetitive behaviors that a person with OCD feels the urge to do in response to an obsessive thought. Common compulsive behaviors are:

- Excessive hand washing/showering or cleaning.

- Ordering things in a very specific, precise way

- Excessive and repetitive checking, for example, repeatedly checking to see if the door is locked or the oven is off 

- Compulsive counting

Sunday, September 10, 2023

FAQ - Zwangsstörung

Jetzt hab ich schon eine Weile hier nichts mehr geschrieben. Das lag vorrangig daran, dass mein Zwang immer schlimmer geworden ist, es ist momentan sehr schwierig. Es ist tatsächlich mittlerweile so schlimm, dass ich mich nicht mal stationär aufnehmen lassen kann, da ich mich so verschmutzt fühle, dass ich sonst den Schmutz in dir Klinik tragen würde. Ende September ziehe ich um und hoffe, dass ich mich in der neuen Umgebung dann wieder etwas wohler fühle, denn im November komme ich wieder in die Klinik, aber dazu in einem anderen Post mehr.

Ich habe diesen Blog ja gestartet, da ich mehr über meiner Erkrankung (und psychische Krankheiten an sich) aufklären und dafür sensibilisieren will und jetzt ist mir aufgefallen, dass ich nie wirklich ein FAQ darüber gemacht habe, was eine Zwangsstörung eigentlich ist, deshalb möchte ich das jetzt machen :)

Also starten wir:



Was ist eine Zwangsstörung/was ist damit gemeint?

Eine Zwangsstörung (engl. kurz OCD) ist eine chronische und lang anhaltende Störung, bei der die betroffenen Personen unkontrollierbare, wiederkehrende Gedanken (Zwangsgedanken) und/oder Verhaltensweisen (Zwangshandlungen) aufzeigen, die sie gezwungen sind, immer und immer wieder zu wiederholen.


Was sind die Symptome/Anzeichen?

Zwangspatienten sind nahezu besessen von bestimmten Gedanken oder Verhaltensweisen oder beidem. Sie haben keine Macht darüber, es ist unkontrollierbar. Die Symptome beeinflussen signifikant den Alltag der Betroffenen, wie Arbeit, Schule, persönliche Beziehungen, und verursachen erheblichen Stress. Unterschieden wird in Zwangsgedanken (auch magisches Denken genannt) und Zwangshandlungen.

Zwangsgedanken sind sich wiederholende Gedanken, Verlangen oder mentale Bilder, welche Angstzustände auslösen. Häufige Symptome sind:

- die Angst vor Keimen und Kontamination 

- Unerwünschte verbotene oder tabooisierte Gedanken, welche sich beispielsweise um Sex, Religion oder das Schädigen und Verletzen anderer drehen 

- Aggressive Gedanken die sich gegen andere oder einen selbst richten

- Der quälende Gedanke Dinge perfekt ordnen oder symmetrisch ausrichten zu wollen 

- etc


Zwangshandlungen sind sich wiederholende Handlungen/Verhaltensweisen zu der sich die betroffenen Personen genötigt/gezwungen fühlen diese auszuführen. Dies geschieht als Reaktion auf vorangegangene Zwangsgedanken. Häufige Zwangshandlungen sind:

- Übermäßiges Hände waschen/Duschen oder reinigen

- Ordnen von Dingen auf eine ganz bestimmte, präzise Weise

- Übermäßiges und wiederholtes Kontrollieren, beispielsweise das wiederholte Kontrollieren ob die Tür verschlossen ist oder der Ofen aus ist 

- Zwanghaftes Zählen

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